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Wellness-Feen

Das Hotel Adler in St. Ulrich: Ein professionell betriebener Wohlfühl-Supermarkt

Dolasilla lebt nicht mehr hier – aber sie hat tüchtige Töchter. Die Sage sagt, die schöne Fee und Fürstin des Dolomitenreiches habe auf dem Haupt einen blauen Zauberstein getragen. Dank seiner Leuchtkraft fand sie Quellen, die sie zu allerlei Wohltat fließen ließ.

Die heutigen Dolomiten-Feen heißen Annemarie, Verena und Karin. Die Zaubersteine, über die sie herrschen, legen sie auf nackte Bäuche, verspannte Nacken und zwischen die Zehen. Ihre Brünnlein fließen durch eine drei Stockwerke tiefe Felslandschaft mit Alm-Sauna, Blütendampfgrotte, Wasserfall und Whirlpool. „Indoors“, und damit wetterunabhängig. Ihr Reich heißt „Dolasilla Vitalwelt, Spa & Beauty“ und ist, wie der Titel, eine neumodische Mischung aus bekannten Physiotherapien und Wellness-Geschwurbel. Ein Wohlfühl-Supermarkt, aber ein höchst professionell betriebener, der sich in den Innenhöfen und Nebengebäuden des altehrwürdigen Hotels „Adler“ in St. Ulrich ausbreitet.

Das 1517 erstmalig erwähnte ehemalige Wirtshaus gehört seit 1810 der Familie Sanoner. Schon immer waren die Männer dort zuständig fürs Grobe, heute sind es die Brüder Andreas und Klaus Sanoner, die gemeinsam die Hotelgeschäfte leiten. Während sich die Frauen seit jeher um die sinnlichen Bereiche kümmern, um Essen und Trinken, Körper und Seele. Sie haben die Dolomitensagen weitererzählt und Kochrezepte von Generation zu Generation vererbt. Die Uroma der heutigen Besitzergeneration schrieb bereits ein Hotelkochbuch, mit so schönen Gerichten wie „Das Katzen Geschrey“. Da ist es nur folgerichtig, dass die jetzt regierenden Frauen den Gast auf zeitgemäße Weise verwöhnen, mit Wellness nämlich. Sechzig verschiedene Anwendungen sind im Angebot.

Im Hotel Adler kann man auch allerlei seltsame Naturburschen kennen lernen. Solche, die sich zu Bergkräutern in die Wanne legen. Solche, die ihren Body mit Schlammkreiden bemalen. Und solche, die sich Stunden lang nur heilende Hände auflegen lassen. Thaddäus, im Sommer Bergführer und im Winter Ski-Guide für die Adler-Gäste, hat oft genug mit dem Wellness-Terminplan zu kämpfen. So manche bleiben dann ganz in der Pool-Grotte hängen. Den schönsten Blick auf den Langkofel im Abendlicht hat man sowieso von Marios rundum verglaster Cocktailbar.

Das Adler ist ein Wohlfühl-Hotel in doppeltem Sinne. Man kann das Rundum-gesund-Programm abspulen, aber auch einfach in den Tag und in die Nacht hinein leben, luxusschlunzenmäßig das grandiose Dolomitengezack von unten betrachten. Und die Abende mit feinem Essen zelebrieren. Der Kellner fragt geduldig: Sie mögen keine Jakobsmuscheln als Vorspeise? Vielleicht Ravioli mit Radicchiofüllung? Oder Rindfleisch-Carpaccio auf eingelegten Auberginen? So geht es über sechs Gänge. Kinder essen eigene Menüs an eigenen Tischen, damit die Eltern sich erholen können.

Das Abendessen im Adler beginnt regelmäßig mit einem kleinen Ritual: Am Restaurant-Eingang steht die schöne weißhaarige Seniorchefin Elly Sanoner und begrüßt die Gäste. Die meisten sogar mit Namen (bei 120 Zimmern scheint sie täglich die Gästeliste zu repetieren) und mit einem kurzen Schwätzchen über das Befinden, das Wetter, eine schöne Handtasche oder Krawatte, die ihr auffällt. Und die Dame des Hauses bittet persönlich zu Tisch. Dabei hat sie noch einen anderen Beruf: Frau Sanoner ist Malerin. Auch diese Begabung widmet sie den Gästen. Jedes Zimmer ziert ein eigenes Aquarell: Blumen, Stillleben, Akte, hingetupft mit leichter Hand. Dolasilla, die Dolomiten-Fürstin von annodunnemals mag sie nicht malen, die alte Dame zieht neue Herausforderungen vor. Wie den Großauftrag von ihren beiden Söhnen. Die bauen gerade ein Wellness-Hotel im toskanischen Bagno Vignoni – da werden Aquarelle für 100 Hotelzimmer gebraucht.

KARIN FELIX

Artikel erschienen am 18.11.2003 - Süddeutsche Zeitung


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